Urteile und Vorurteile – das Arndt-Phänomen

Das publizistische Wirken von Ernst Moritz Arndt umfasst mehrere tausend Seiten – Schriften, Abhand-lungen, Flugblatt-Texte, Lieder und viele, viele Briefe. Genug Stoff also, um Zitate zu finden, die eigenes Handeln legitimieren oder de-legitimie-ren, die Zustimmung oder Skandale auslösen.

Prof. Dr. Reinhard Bach lässt uns an einer Zeitreise teilnehmen. Denn je nachdem, welcher politische Wind gerade weht(e), wurden Arndts Worte anders gewichtet. Das erschwert auch heute, sich ein abgewogenes Urteil zu bilden. Was war dem historischen Kontext geschuldet? Was hat bleibenden Wert? Lassen wir uns von den Ein-schätzungen eines ausgewiesen-en Arndt-Experten überraschen.

An der Grenzlinie zwischen Erklärung und Vertiefung

Aktuell gibt es bei der Arndt-Gesellschaft eine nachösterliche Denkpause. Die Frage steht an zu beantworten, ob der Schwerpunkt weiterhin auf den „Themen“ von Ernst Moritz Arndt oder auf seinen nicht immer leicht verständlichen und auch oft nicht einfach einzuordnenden „Schriften“ liegen sollte.

Was hilft am besten in diesen Zeiten, um das demokratische Selbstbewusstsein zu stärken – die Exegese schwieriger Texte oder der bereitwillige Umgang mit den Herausforderungen dieser Tage?