Lernen vom Ende der Leibeigenschaft

In wenigen Wochen jährt sich zum 220. mal der Tag, an dem für Schwedisch-Pommern – und damit auch für Rügen bis nach Greifswald und nach Barth – der schwedische König das Edikt zur Beendigung der Leibeigenschaft erließ. Dessen Urheber war Ernst Moritz Arndt mit seiner Schrift zur Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und auf Rügen.

Am Samstag, 16. Mai 2026 begrüßen wir ab 16:00 Uhr den Leiter der Hinterlandbühne Boris Hruschka im Arndt-Haus in Groß Schoritz mit einer Lesung in kurzen Auszügen aus diesem Werk von Arndt. Doch nicht nur das – es geht immer auch um die Bezüge zum Hier und Heute. Was besagt ein „Aufbruch zur Freiheit“? Mit wieviel Eigenverantwortung geht dies einher? Ist „Zuversicht“ das richtige Wort, um heutiges politisches Bemühen als positiven Beitrag zum eigenen Leben anzuerkennen?

Urteile und Vorurteile – das Arndt-Phänomen

Das publizistische Wirken von Ernst Moritz Arndt umfasst mehrere tausend Seiten – Schriften, Abhand-lungen, Flugblatt-Texte, Lieder und viele, viele Briefe. Genug Stoff also, um Zitate zu finden, die eigenes Handeln legitimieren oder de-legitimie-ren, die Zustimmung oder Skandale auslösen.

Prof. Dr. Reinhard Bach lässt uns an einer Zeitreise teilnehmen. Denn je nachdem, welcher politische Wind gerade weht(e), wurden Arndts Worte anders gewichtet. Das erschwert auch heute, sich ein abgewogenes Urteil zu bilden. Was war dem historischen Kontext geschuldet? Was hat bleibenden Wert? Lassen wir uns von den Ein-schätzungen eines ausgewiesen-en Arndt-Experten überraschen.

An der Grenzlinie zwischen Erklärung und Vertiefung

Aktuell gibt es bei der Arndt-Gesellschaft eine nachösterliche Denkpause. Die Frage steht an zu beantworten, ob der Schwerpunkt weiterhin auf den „Themen“ von Ernst Moritz Arndt oder auf seinen nicht immer leicht verständlichen und auch oft nicht einfach einzuordnenden „Schriften“ liegen sollte.

Was hilft am besten in diesen Zeiten, um das demokratische Selbstbewusstsein zu stärken – die Exegese schwieriger Texte oder der bereitwillige Umgang mit den Herausforderungen dieser Tage?