Veranstaltungen 2017

 

04. Februar 2017 – 15.00 Uhr
Däumling im Pelz – Die Rügener Haselmaus
Dipl.-Geologe Hilmar Schnick
Die Rügener Haselmaus ist nicht nur ein possierliches, lediglich daumengroßes Tierchen, sondern auch sehr wunderlich. Es lebt isoliert auf unserer Insel, weitab von seinen Artgenossen im Mittelgebirge oder Dänemark, mit denen es noch am ehesten verwandt ist. Dazu muss man wissen, dass es einen langen Winterschlaf hält, sich nur sehr schleppend vermehrt, einen Aktionsradius von wenigen hundert Metern hat und wasserscheu ist. Da erhebt sich sogleich die spannende Frage, wie es dieser reichlich schläfrige Däumling auf die Insel Rügen geschafft hat. Wenn sich der Geologe Hilmar Schnick dieses Themas annimmt, werden wohl doch nicht die Wikinger diese Tiere hier ausgesetzt haben.

29. April 2017 – 15.00 Uhr
Arndt und die Befreiungskriege in der Geschichtspolitik der SED
Prof. Thomas Stamm-Kuhlmann
Von 1952 bis 1988 hat die SED in den Verlautbarungen ihrer führenden Mitglieder, in ihrer Theoriezeitschrift „Einheit“ und in öffentlichen Festakten dem Gedenken an die Befreiungskriege und an die historischen Persönlichkeiten jener Zeit, zu denen sie besonders auch Ernst Moritz Arndt rechnete, immer wieder Platz eingeräumt. Dem zeitgeschichtlichen Hintergrund dafür und den sich wandelnden Motiven will dieser Vortrag nachspüren.

13. Mai 2017 – 10.00 Uhr
Mitgliederversammlung
                        – 15.00 Uhr - öffentliche Veranstaltung
"Was ist des Deutschen Vaterland?" Bemerkungen zu einigen Vertonungen von Arndts Gedicht.
Prof. Dr. Walter Werbeck
Die Druckgeschichte und Verbreitung des Liedes liegt noch im Dunkeln. Das ist umso bedauerlicher, als dieses Lied lange Zeit wie eine inoffizielle Nationalhymne behandelt wurde. Im Ausland war es unter dem Namen „Missa Protestantica“ bekannt, bei den Franzosen unter „Marseillaise Prussienne“. Die Vertonungen dieses Gedichtes waren noch nie Gegenstand der Forschung. Dabei waren es nicht nur unbedeutende Komponisten, die sich daran versuchten, sondern auch solche Größen wie Carl Friedrich Zelter oder Franz Liszt.
 
24. Juni 201719.00 Uhr   Eintritt frei, um Spende wird gebeten
Il Chiaroscuro - Konzertante Aufführung mit Musik und Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts
Eleonore Uth-Lengwinat & Claudia Hein
"Il Chiaroscuro", die Hell-Dunkel-Malerei, ist ein Ausdruck des damaligen Zeitgeistes, der sich in der Kunst wiederfindet. Dramatische Effekte und ausdrucksvolle Stimmungen begegnen uns in der Musik und Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Es werden Eleonore Uth-Lengwinat auf der Konzertgitarre und Claudia Hein auf der Barockgitarre Kompositionen von Santiago de Murcia, Gaspar Sanz und Robert de Visée u. a. zu hören sein. Die  Musik, der Text und Bilder berühmter Maler entführen in die Zeit der Renaissance und des frühen Barock.

01. Juli 201719.00 Uhr   Eintritt 10 Euro
Ernst Moritz Arndt an der Côte d'Azur und die schönsten Melodien aus Frankreich.
Isabelle Kusari
Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts singt Paris der „Belle Époque“ von Liebe, von uneingeschränktem Lebensgenuss und Sorglosigkeit. Diese Zeit wird die französische Mezzosopranistin Isabelle Kusari mit einem unvergesslichen Abend präsentieren. Auf dem Programm von Isabelle Kusari steht eine musikalische Reise mit Juwelen des französischen Chansons, sinnlichen Operetten, romantischen Liebesliedern und humorvollen Chansons sowie Liedern über die gesellschaftliche Atmosphäre jener Zeit und die bekanntesten „Valse Musette“. Romantische Klavierstücke und die bekanntesten Chansons von Édith Piaf bereichern diese Soirée voller Hochgenuss. Isabelle Kusari wird alle Stücke kurz auf Deutsch erläutern. Freuen Sie sich auf Ernst Moritz Arndt an der Côte d'Azur und auf eine romantische musikalische Reise ins 19. und 20. Jahrhundert mit zauberhaften Melodien aus Frankreich.
 
29. Juli 2017 – 19.00 Uhr   Eintritt frei, um Spende wird gebeten
Das entschwundene Land
Petra Hinze & Claudia Hein
Die Schauspielerin Petra Hinze liest Astrid Lindgrens Erzählung über die Liebesgeschichte ihrer Eltern Samuel August von Sevedstorp und Hanna in Hult und über ihre eigene, wunderbare Kindheit auf dem Hof Näs nahe Vimmerby. 1972 wurde in Schweden diese Erzählung zur Liebesgeschichte des Jahrhunderts ernannt. Astrid Lindgren sagt den Eltern ihres "Herzens demütigen und innigsten Dank für alles". Zu den Texten spielt die Musikerin und Musikpädagogin Claudia Hein auf der Gitarre eigene Variationen schwedischer Melodien.
 
09. September 2017 – 10.00 Uhr
außerordentliche Mitgliederversammlung
 
14. Oktober 2017 – 15.00 Uhr
Wegen der Bauarbeiten am Arndt-Haus (die Treppe zum Haupteingang ist abgerissen) findet die Veranstaltung im Arndt-Museum in Garz statt.
Hans VolckmannLandwirt unter Reichsadler, Hakenkreuz und Ährenkranz
Prof. Wolfgang Heun & Hans-Peter Reimann
Hans Volckmann (1885-1953) war nicht nur ein erfolgreicher Landwirt als Pächter der Staatsdomäne Kienberg im Havelluch von 1912 bis 1932, als Eigentümer des Rittergutes Streu/Schaprode von 1932 bis zur Enteignung durch die Bodenreform 1945 und als Neubauer in Götemitz/Rambin bis zu seiner Flucht in die Bundesrepublik 1953. Er gehörte auch zum Widerstand der Landwirte gegen Krieg und Hitlerdiktatur, indem er vor und während des 2. Weltkrieges hohen Wehrmachtsoffizieren sein Haus in Streu zu illegalen Zusammenkünften zur Verfügung stellte. Ein spannendes Leben, das mit seiner Publikation und der Sanierung der Gutsanlage Streu endlich gewürdigt wird.

04. November 2017 – 15.00 Uhr
Wegen der Bauarbeiten am Arndt-Haus (die Treppe zum Haupteingang ist abgerissen) findet die Veranstaltung im Arndt-Museum in Garz statt.
Das Anthropozän – Ein Leitfossil schafft sich ab
Manfred Kutscher
Geologen haben die Entwicklung der Erde und des Lebens in Erdzeitalter, Perioden und Epochen gegliedert. Basis der jeweiligen Zeitabschnitte waren tiefgreifende Geschehen in der Erdgeschichte wie z. B. Aussterbeereignisse oder das Abschmelzen der letzten weitreichenden Vergletscherung vor ca. 17.000 Jahren, mit der das Holozän begann, die Epoche in der wir jetzt leben, oder richtiger: lebten. Durch eine internationale Kommission wurde 2016 das „Anthropozän“ ausgerufen. Über die Gründe zu dieser Entscheidung, die Bedeutung und andere Fragen berichtet Manfred Kutscher in seinem Vortrag.

25. November 2017 – 15.00 Uhr
Wegen der Bauarbeiten am Arndt-Haus findet die Veranstaltung im Arndt-Museum in Garz statt.
Rügens „Preußensäulen“
Dr. Fritz Petrick
Seit kurzem – 2012 bzw. 2015 – stehen die beiden über 15 m hohen Granitsäulen mit den Sandsteinstatuen des „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm und des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. weithin sichtbar wieder dort, wo sie einst errichtet worden sind und bis 1990 gestanden haben: auf Anhöhen am Ufer des Rügischen Boddens bei Neukamp und bei Groß Stresow. Mit ihrer Aufstellung 1854 bzw. 1855 wollte der von Rügen begeisterte und an Architektur interessierte „Romantiker auf dem Thron“, Friedrich Wilhelm IV., sowohl die ohnehin schöne Landschaft zieren als auch an zwei längst vergangene (und vergessene?) Ereignisse in den Jahren 1678 und 1715 erinnern, vor allem aber die beiden Vorfahren als Protagonisten der Hohenzollernherrschaft über die Insel rühmen – und das ist kritisch zu hinterfragen.
 
16. Dezember 2017 – 15.00 Uhr
Lesung „Zu meiner Zeit – Geschichten aus dem Inselalltag“
Irina Wichert
2017 erschien mit „Zu meiner Zeit – Geschichten aus dem Inselalltag“ der nunmehr schon 8. Band der Schriftenreihe des Arndt-Gymnasiums. Grund genug für eine Lesung. Aus dem Vorwort: Zu einer Zeit bestand noch Recht und Billigkeit. Das will keiner mehr hören, weil klar ist, was kommt: Heute ist das Abendland dem Untergang geweiht und früher war alles besser. Außerdem erzählt der Opa immer dasselbe aus der guten alten Zeit. Und Oma schwärmt ausgerechnet beim Weihnachtsbraten von ihrer schmackhaften Mehlsuppe mit Graupen. Es liegt offenbar in der Natur des Menschen, das Schlechte zu verdrängen und sich vor allem an das Gute zu erinnern. An die gute alte Zeit, als alles neu und spannend war, ich jünger war, gesünder, sportlicher, schöner, und an den Rest erinnere ich mich gerade nicht. Außer Schule, die war immer doof, und das war immer so!